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Fotografien und mehr aus Hamburg-Neuenfelde und Umgebung 


Hinter dem Deich, nahe der Elbe in Hamburg-Neuenfelde, bin ich geboren. Vom Wasser trennte nur der Rosengarten, die älteste Ringdeichsiedlung Europa. Für uns ein großer, oft auch gefährlicher, Spielplatz. Leider fiel der Rosengarten einer Start-und Landebahn zum Opfer. Heute startet und landet dort unter anderem das größte Passagierflugzeug, der A380.

Als vor ca. 950 Jahren "Hasselwarder" das erste mal auf einer Urkunde erwähnt wurde, war Hamburg noch eine kleine Siedlung. Aber schon lange vorher war das Land zwischen Stade und Hamburg besiedelt. 

Es sollen rechts-elbische Sassen (Sachsen) gewesen sein, die angezogen durch die grünen Weideplätze für ihr Vieh, hier siedelten. Um sich und das Vieh vor Überflutung zu schützen, wurden wurtenähnliche Erhöhungen angelegt, die man nach und nach miteinander verband. Hieraus entwickelten sich im Laufe der Zeit ringförmige Siedlungen. Die Besiedlung und Nutzung ist auch heute in den Marschlanden nur möglich durch den Bau von Hochwasserschutzanlagen, den sogenannten Deichen. Immer wieder muss mit schweren Sturmfluten gerechnet werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg-Neuenfelde

https://kirchesuederelbe.de/neuenfelde/

Gedenkfeier in der St. Pankratius-Kirche in Erinnerung an die Sturmflut im Februar 1962.

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Lichtinstallation an der St. Pankratius Kirche 2022 * 60 Jahre nach der Sturmflut 1962, von Peter Pauksch-Dethlefsen

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Lichtinstallation an der St. Pankratius Kirche 2012 * 50 Jahre nach der Sturmflut 1962, von Peter Pauksch-Dethlefsen

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Hamburg Nachkriegszeit:

Der Zweite Weltkrieg endete für Hamburg am 3. Mai 1945 mit der kampflosen Übergabe der Stadt an die britische Armee. Besonders in dem strengen Winter 1946/47 litt die Bevölkerung unter Hunger und Kälte: Strom, Gas und Kohle waren streng rationiert. Nahrungsmittel gab es nur unzureichend auf Lebensmittelkarten. Hamburg war zerstört.

Die folgenden drei Jahre gehörten zu den schwierigsten in der neu-zeitlichen Geschichte der Stadt: Fast die Hälfte der Wohnungen war durch den Krieg zerstört, ganze Stadtviertel besonders im Osten lagen in Trümmern, wichtige Straßenverbindungen waren abgeschnitten. Die Zahl der Menschen in Hamburg war von 1,7 Millionen bei Kriegsbeginn 1939 auf 1,0 Millionen im Mai 1945 gesunken, stieg aber bis Ende 1948 u.a. durch die Rückkehr von Evakuierten aus dem Umland, Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten und entlassene Kriegsgefangene schon wieder auf über 1,5 Millionen an. Hunderttausende lebten in provisorischen Notunterkünften, die teilweise noch für mehr als ein Jahrzehnt genutzt werden mussten.
In der Nacht zum 17. Februar 1962 zwischen 00.14 und 02.05 Uhr brachen die ersten Deiche in Neuenfelde, Harburg und Wilhelmsburg. 
Das Alte Land, Harburg, Allermöhe, Finkenwerder, Neugraben und Billwerder wurden überschwemmt. Zehntausende waren in den eisigen Fluten gefangen, vor allem in Wilhelmsburg. Das Wasser stieg bis zu den Dächern der Häuser und Bauernhöfe. Laubenkolonien und Schrebergärten, die 17 Jahre nach dem Krieg immer noch Wohnort für die ärmeren Menschen waren, versanken in den Fluten. Die Menschen ertranken in ihren Häusern. Viele versuchten verzweifelt, sich in der Kälte auf Bäume und Dächer zu retten. Das Vieh starb jämmerlich in den Ställen der Bauern. 

Straßen wurden zu reißenden Flüssen, die Gegenstände mit sich rissen und Leichen und Kadaver anschwemmten. Aber erst am Morgen um 6.20 Uhr wurde Polizeisenator Schmidt informiert.

https://geschichtsbuch.hamburg.de/epochen/sechziger-jahre/helmut-schmidt-in-den-sechziger-jahren/

Helmut Schmidt war seit 1961 Hamburger Polizeisenator. Im Jahre der Flut war er verantwortlich für den Schutz der Hamburger Bevölkerung, aber am 16.02.1962 war er auf einer Innenministerkonferenz in Berlin. In der Nacht der Sturmflut kam der Polizeisenator Helmut Schmidt spät aus Berlin nach Hause zu seiner Frau Loki. Er fand dort Freunde vor, die gerade aus der DDR geflohen waren. Während er diese Situation gemeinsam mit seiner Frau meisterte, wütete schon die Sturmflut in Hamburg.

Unwetterwarnungen waren nicht auf die Stadt bezogen worden, und auch Meldungen von Hamburger Polizisten, dass die Hafengegend überschwemmt sei, führten nicht zu Konsequenzen. Die Telefonleitungen sind teilweise zerstört, ebenso wie die Versorgungsleitungen für Gas, Wasser und Elektrizität. Die Autobahnen sind gesperrt, der Zugverkehr steht still. »Ganz Hamburg ersäuft!«, brüllt ein Offizier mit Tränen in den Augen. In der Tat sind 20 Prozent der Stadtfläche von 220 Millionen Kubikmeter Elbwasser überflutet. Nichts geht mehr.

In Fernschreiben wird das Bundesverteidigungsministerium auf der Hardthöhe in Bonn in Alarm versetzt. »Wir brauchen umgehend Pioniere, Schlauchboote, Bulldozer«, verlangt Koordinationschef Schmidt in der Hansestadt. Tausende Hamburger sind obdachlos, 6000 Gebäude zerstört. Nachdem jetzt das Notwendigste in die Wege geleitet ist, macht er sich auf den Weg ins Krisengebiet. Trotz Flugverbots bei den obwaltenden Sturmstärken treffen 100 Helikopter nach und nach im Luftraum der Hansestadt ein. In abenteuerlichen Rettungsaktionen befreien mutige Soldaten fast ertrunkene und erfrorene Menschen von Bäumen, Masten und Hausdächern. Parallel nimmt Schmidt Kontakt zu einem weiteren Vertrauten auf, Admiral Bernhard Rogge, dem norddeutschen Wehrbereichsbeauftragten der Bundeswehr mit Sitz in Kiel. Auch Rogge pfeift auf seine Vorschriften und sagt prompte Hilfe zu.

Nachdem jetzt das Notwendigste in die Wege geleitet ist, macht Schmidt sich an Bord eines Hubschraubers auf den Weg ins Krisengebiet. Bei extremem Sturm und mit einer gehörigen Portion Angst im Magen wird er nach Wilhelmsburg geflogen. Die Situation dort übertrifft die schlimmsten Befürchtungen. Unten winken verzweifelte Opfer, überall treiben Menschenleichen, Dung, Unrat und totes Vieh. Mit der Gewissheit, dass noch mehr geschehen muss, lässt sich Schmidt in die Innenstadt zurückfliegen.

Die Phönix-Werke in Harburg liefern Zehntausende Wärmflaschen. Sie werden gefüllt und von Hubschraubern abgeworfen oder mit Schlauchbooten gebracht. Doch immer wieder wird das Gummi durch spitze oder scharfe Gegenstände unter der Wasseroberfläche aufgeschlitzt. Dennoch sind die Zustände weiter katastrophal. Ein Segen nur, dass der Sturm allmählich nachlässt und die Elbe nicht weiter steigt. Es sind fast 50 Deiche im Großraum Hamburg gebrochen. Auch in der Nacht zum Sonntag suchen Retter auf Sturmbooten im grellweißen Schein der Magnesiumfackeln weiter nach Opfern. Soldaten aus anderen Nato-Ländern helfen. Feldjäger der Bundeswehr errichten Absperrungen und regeln den Verkehr im Umland. Froschmänner aus Dänemark bergen Leichen.

Insgesamt sind an diesem Wochenende im Februar 1962 rund 40.000 Helfer im Einsatz. Am Ende wer-den 340 Tote registriert, 315 in Hamburg, 19 in Niedersachsen und 6 in Bremen. Um eine Seuche zu verhindern, werden sie in Hamburg auf einer Eislaufbahn aufgebahrt. Der materielle Schaden wird später auf fast eine Milliarde Mark beziffert, das menschliche Elend ist weit schlimmer. Im Krankenhaus Groß-Sand in Wilhelmsburg gibt es längst keine Betten mehr; teilweise müssen sich drei Menschen eine Matratze teilen. »Es sieht aus wie auf einem Hauptverbandsplatz im Krieg«, gibt ein Anwohner namens Haunert zu Protokoll.

Mit diesen Worten beschrieb ein Hamburger Journalist die Tragödie: Wahllos griff der Tod zu. Zahllos waren die Tragödien jener unglücklichen Menschen, die unter einem entfesselten Himmel dahinjagende schäumende See mit ihren Häusern in die Tiefe nahm. Sie ertranken in den Betten oder wurden aus dem Schlaf in die tödliche Nacht hinausgerissen. Sie wurden in ihren Zimmern eingeschlossen, vom unaufhörlichen steigenden Wasser auf Stühle, Tische und Schränke gezwungen und starben unter den Decken ihrer Häuser gepresst. Sie flüchteten auf die Dächer und wurden hinuntergespült. Sie klammerten sich an die Äste der Bäume und wurden fortgeschwemmt. Sie schwammen um ihr Leben und sanken kraftlos auf den Grund des Wassers. Buxtehuder Zeitung

Mit vereinten Kräften gelingt es, eine noch größere Katastrophe zu verhindern. Dank jetzt geordneter und sinnvoller Maßnahmen können 1130 Hamburger aus Not gerettet und 17.800 weitere in Sicherheit gebracht werden. Am 21. Februar erheben sich die Abgeordneten der Bürgerschaft zu einer Schweigeminute; die Tragödie ist nur schwer in Worte zu fassen, eigentlich gar nicht. Einige versuchen es dennoch und veröffentlichen Bücher über diese dramatischen Tage der Verzweiflung.

Zur Trauerfeier auf dem Rathausmarkt erscheinen 150.000 Menschen. Still und ergriffen verabschieden sie sich von jenen, die keine Chance gegen die tobende Urkraft der Elbe hatten.

Nach der Sturmflut wurden die Deiche völlig neu konzipiert.
Entsprechend dem neu festgelegten Bemessungswasserstand von NN + 6,70 m wurde die Deichhöhe
auf mindestens NN + 7.20 m festgelegt, die Hochwasserschutzwände der Hamburger Innenstadt auf
NN + 7.20 m. Die neue Deichlinie wurde an die Unterelbe vorgeschoben und die Deiche, unter Einschluss von Altenwerder und Finkenwerder und Durchdeichung der Alte Süderelbe, auf den schon vorhandenen hochgelegenen Spülfeldern errichtet. Die neue Hochwasserschutzlinie ist 100 km lang. Als besondere Einzelbauwerke wurden 6 Sperrwerke, 6 Schiffsschleusen,  11 Schöpfwerke, 20 Deichsiele und zahlreiche größere Sperr-Tore errichtet. Die Gesamtkosten des öffentlichen Hochwasserschutzes einschließlich der Binnengewässermaßnahmen betrugen ca. 780 Mio. DM.

Es ging wieder aufwärts. Lehrerin Irmgard Mohrdiek verfasste einen Bericht in der Buxtehuder Zeitung, wie das Leben in Neuenfelde und Cranz in diesem Jahr weiterging.

Hier einige Ausschnitte ihrer Abhandlung:

14 Opfer der Sturmflut

In Neuenfelde und Francop waren der Flut 13 Menschenleben zum Opfer gefallen. Eine Neuenfelderin starb etwas später an zu starker Unterkühlung, ein 10-jähriger Neuenfelder Schüler ertrank am 21. Juni in einem, durch einen Damm nach Finkenwerder abgeschotteten Schlammwasser der Süderelbe.

Reges kirchliches Leben 

Besonders rege hat sich im Jahr 1962 unter der Leitung des Gemeindehelfers
K.-F. Evers, genannt Kollex, die kirchliche Jugendarbeit gestaltet. 150 Mitglieder verteilten sich auf 7 Hauptgruppen. Es wurden Filmeabende mit anschließenden Diskussionen abgehalten. Die kirchlichen Jugendlichen geben eine eigene Zeitung heraus. In Wittenborn/Segeberg fand ein Jugendlager statt. Höhepunkt war ein Osterfeuer, das hinter dem Pfarrhaus abgehalten wurde.

Türken und Holländer am Deich

Der Restaurationsbetrieb Kösterburg in der sehr beschädigten Kösterburg fand mit der Sturmflut ein Ende. Im Laufe des Jahres waren bis zu 80 Türken in dem Gebäude untergebracht, die am Deich und an der neuen Schleuse unter der Anleitung holländischer Deichexperten arbeiteten. An der Süderelbe wurde die Verbindung vom Neuenfelder Kampfdeich zum Finkenwerder Außendeich geschaffen. Der Sand wurde größtenteils von den Sandbänken geholt. Wie der ganze Kampfdeich an der Elbe ist auch dieser Verbindungsdeich an den meistgefährdeten Stellen bis zu 9 m hoch. An der Ostseite des Verbindungsdeiches nach Finkenwerder wurde eine Flucht-Straße aufgeschlickt. Der neuaufgeworfene Boden wurde festgewalzt und mit Schotter und Kies belegt. Kantsteine wurden aufgestellt. Im Frühjahr 1963 soll die neue Straße asphaltiert werden.

Versorgung behoben. 

Nachdem im Mai mit Hilfe von Plastikrohren der Trinkwassermangel endgültig behoben wurde, war der elektrische Strom nur noch stellenweise durch Straßen- und Stromnetzarbeiten unterbrochen. Nachdem auch von 500 Telefonanschlüssen die meisten wieder in Betrieb waren, konnte man beinahe wieder von einem normalen Leben sprechen. Sogar das Kino „Filmeck“ zeigte seit April wieder regelmäßig seine Filme. Das Kino im Schützenhof muss noch vorerst geschlossen bleiben. Die Post, die lange im „Landhaus Harms“ untergebracht war, konnte erst am 1. Juli wieder ihre al-ten Räume in der Sparkasse beziehen. Im Rahmen der Wiedereinrichtungen entstanden zwei Selbstbedienungsläden: W. Diercks, Kirchenstieg, und W. Böttcher, Nincoper Straße und ein Laden mit teilweiser Selbstbedienung Ferd. Bundt, Nincoper Straße. Andere Betriebe waren erneuert und teilweise vergrößert worden. 

Neue Wohnungen, neue Schiffe

Im Auftrag des Werftbesitzers J.J. Sietas, Neuenfelde, bekam die Baufirma Homann, Neugraben einen erneuten Auftrag für den Bau von sechs Zwölffamilienhäusern bei den schon bestehenden 14 Wohnungen gleicher Art am Liedenkummerbogen. Mitte Januar 1963 soll das erste Haus dieses Bauab-schnittes fertig sein. Insgesamt ist der Bau von 86 Wohnungen vorgesehen. Die J. J. Sietas Schiffswerft lieferte im Jahre 62 insgesamt 18 Schiffe ab. Da-runter ein Passagierschiff („Kirchdorf“) an die HADAG Mit dem Bau eines neuen Seebäderschiffes („Gorch Fock“) ist begonnen worden. Die Gesamtfä-higkeit aller herausgegangenen Schiffe betrug 6000 TDW. Auf der Schiffswerft Herbert Rancke liefen drei Schiffe „Gisela Bartels“, „Seefalke“ und „Gesine“ mit einem Gesamt-Raumvolumen von nicht ganz 1000 BRT vom Stapel. 

Betroffene Großbetriebe 

Während die Neuenfelder Ziegelei Dieckmann & Co, die durch die Sturmflut besonders stark gelitten hatte, bald nach der Flut ihre Tätigkeit ganz ein-stellte, arbeite das Betonwerk Dieckmann & Co nach einigen Monaten weiter in der Herstellung von Betonplatten, Bordsteinen, Rasenkanten, Stufen und Fliesen. Die Ziegelei Witt & Co., Neuenfelde stellte den Betrieb auf größere Automatik um und wurde im Ganzen modernisiert. Fast die gleiche Umsatzhöhe wie im Vorjahr hatte Ende des Jahres die Mosterei Prigge zu verzeichnen, da Plastikbehälter, den bereits hergestellten und noch lagernden Most vor Hochwasser-Einfluss geschützt hatten. Die Entwicklung der Genossenschaften der Spar -und Darlehnskasse und der Obstlagergenossenschaft Neuenfelde waren nicht beeinträchtigt. 

Kreditinstitute halfen 

Etwa 300 Flutschadenkredite wurden gewährt, und viele verbilligte Instandsetzungsdarlehen und Hypothekengelder halfen der Bevölkerung beim Start zur Erneuerung ihrer Heimstätten und bei der Beseitigung der erheblichen Schäden. 

Markt fand im September statt 

Bis zum Spätsommer waren die Aufräum-Arbeiten nach der Flut so weit vorangeschritten, dass am 1. Und 2. September der Neuenfelder Markt statt-finden konnte. Allerdings in etwas kleinerem Umfange als sonst. 

Der Straßenbau schritt rüstig voran 

Von der Tiefenstraße bis zum Gasthaus Brauer in Vierzigstücken wurden im Oktober 16 neue Bogenlampen gesetzt, von denen sechs Ende des Jahres brannten. Am 31. Dezember war der Wiederaufbau der 3. Meile zu etwa 80 Prozent abgeschlossen. Krasse Verzögerungen waren auf Handwerker und Tiefbauunternehmermangel zurückzuführen. Irmgard Mohrdiek

Neuenfelde gehört zum „Alten Land“. Schon in vorchristlicher Zeit siedelten Menschen in diesem Gebiet an der Elbe. Ab dem 12. Jahrhundert entstand die heutige Kulturlandschaft. Holländischer Kolonialisten bauten Deiche und ein Grabensystem, um das Gebietes zu entwässern. Obst wird auf dem fruchtbaren Marschboden seit über 700 Jahren angebaut. Sturmfluten gab es immer. Die Deiche sollten schützen. Sturmfluten treten an der deutschen Küste verstärkt im Frühjahr und im Herbst auf. Die Deutsche Bucht ist nach Ansicht des Bundesamts für Seeschiff-fahrt und Hydrographie (BSH) eines der am stärksten von Sturmfluten bedrohten Gebiete weltweit. Be-dingt durch die Geographie der Nordseeküste und den Trichtereffekt der Elbmündung tritt dieses Phänomen dort häufiger auf als anderswo. Sturmfluten bedeuten eine Gefahr für die betroffenen Küstenregionen durch Überschwemmungen, soweit sie die von Menschen geschaffenen Deiche durchbrechen. Sturmfluten verleihen Wellen eine erhebliche Energie. Im Mittelalter veränderten im Nordseebereich Sturmfluten den Küstenverlauf und schufen großräumige Meeresbuchten wie den Jadebusen und den Dollart.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmflut_1962

Die Sturmflut 1962 war eine Flutkatastrophe an der deutschen Nordseeküste.

An den Unterläufen von Elbe und Weser sowie ihren damals noch ungesicherten Nebenflüssen wurden hohe, vorher nicht beobachtete Wasserstände erreicht. Vor allem an den seit der Flutkatastrophe von 1953 (Hollandsturmflut) noch nicht erhöhten Deichen in diesen Flussgebieten kam es zu schweren Schäden und zahllosen Deichbrüchen, wohingegen die Seedeiche trotz schwerer Schäden bis auf wenige Ausnahmen den Fluten standhielten. Insgesamt starben 340 Menschen. Außergewöhnlich schwer betroffen war das Unterelbegebiet mit der Hansestadt Hamburg, wo vor allem der Stadtteil Wilhelmsburg durch Deichbrüche in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dort starben die meisten der in Hamburg insgesamt zu beklagenden 315 Todesopfer. Ursache für das Ausmaß der Katastrophe in Hamburg waren gravierende städtebauliche und verwaltungsorganisatorische Mängel, sowie technisch unzureichende und teilweise schlecht gepflegte Deiche und Hochwasserschutzeinrichtungen.

Bis heute sind die Deiche mehrmals erhöht worden. Bedingt durch Eingriffe in die Natur wie Elbvertiefung, die Vergrößerung des Hafens, die Zuschüttung des Mühlenberger Lochs für die Erweiterung des Flugzeugwerkes Airbus, und natürlich durch den Klimawandel, fallen die Fluten an der Oberelbe höher aus. Der Rosengarten, in Neuenfelde am meisten von der Flut betroffen, war der älteste Ringdeich Europas, hatte er doch seine ursprüngliche Form und Größe bewahrt, bis er für den Bau der Start- und Landebahn für den Airbus 380 geopfert wurde. Am 9. Juni 1998 beschließt der Hamburger Senat sich um die Endlinienfertigung des Airbus A380, ein vierstrahliges Großraumflugzeug zu bewerben. Für die Werkserweiterung beginnt die Planung für eine Teil-Zuschüttung des Mühlenberger Lochs, das größte Süßwasserwatt Europas. Außerdem beantragt DASA eine Startbahnverlängerung auf 2684 m nach Südwesten und nach Nordosten. 2002 meldet Airbus weiteren Bedarf an, die Startbahn nochmals um 589 m in Richtung Süd-Westen zu verlängern. Dort liegt Neuenfelde. Die nächste Herausforderung für das Dorf.

Quellen:

„Die große Sturmflut 1962“, Zeitungsverlag Krause.

„Angst hinterm Deich“, Freie und Hansestadt Hamburg, Schulbehörde,

„Sturmfluten und Hochwasserschutz in Hamburg“, Baubehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, 1992.

Zerstörung Rosengarten 

 

Aus dem Internet:

https://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Geisterstrasse-in-Neuenfelde-200-Bewohner-mussten-Airbus-Rollfeld-weichen-das-A380-Aus-reisst-alte-Wunden-auf

http://www.spiegel.de/fotostrecke/airbus-a380-die-geschichte-in-bildern-fotostrecke-166941-26.html 

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-sortiert-airbus-a380-aus-a-1257664.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/a380-airbus-will-rest-der-millionen-staatskredite-nicht-zurueckzahlen-a-1256834.html

http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/superjumbo-in-gefahr-dem-airbus-a380-droht-das-aus/23939686.html?share=fb 

Die Fotos vom Rosengarten gehören zu meiner privaten Sammlung, sind geschützt und unverkäuflich. 

Der Rosengarten gehört zur Kulturlandschaft "Altes Land" und liegt auf Hamburger Gebiet in der 3. Meile. Hier finden sie einige meiner Fotografien vor der Zerstörung des Rosengarten

Der Rosengarten vor der Zerstörung


Landschaft Rosengarten im Frühling

 Landschaft Rosengarten im Sommer 

  Landschaft Rosengarten im Herbst 

 Landschaft Rosengarten im Winter

Der Rosengarten war der älteste Ringdeich Europas, hatte er doch seine ursprüngliche Form und Größe
bewahrt. Bis er für den Bau der Start- und Landebahn für den Airbus 380 geopfert wurde.
Am 9. Juni 1998 beschließt der Hamburger Senat sich um die Endlinienfertigung des Airbus A380,
ein vierstrahliges Großraumflugzeug zu bewerben. Für die Werkserweiterung beginnt die Planung für 
eine Teil-Zuschüttung des Mühlenberger Lochs, das größte Süßwasserwatt Europas.
Außerdem beantragt DASA eine Startbahnverlängerung auf 2684 m nach Südwesten und nach
Nordosten. 2002 meldet Airbus weiteren Bedarf an. Die Startbahn nochmals um 589 m in Richtung
Süd-Westen zu verlängern. Dort liegt Neuenfelde.
Bürger der Nord- und Südseite der Elbe befürchten, in Zukunft verstärkt mit Lärm, Gestank und
Kerosinverschmutzung leben zu müssen. Es wird der Verein „Schutzbündnis für Hamburgs Elbregion“
gegründet, der gegen die Erweiterungspläne vorgehen wird.
Danach kamen für die Neuenfelder harte Jahre, die nicht zu vergleichen waren mit den
Herausforderungen durch Sturmfluten und Kriege.  Das Dorf kämpft ums Überleben.

Der Rosengarten - Die Zerstörung 


Das Fest 2019

Neuenfelde im Ausnahmezustand von 1999 bis 2009

https://www.ndr.de/kultur/geschichte/2005-Der-A380-landet-in-Hamburg,airbus1224.html

Die Stadt hat von 2002 bis 2006 insgesamt 67 Häuser in Neuenfelde gekauft und leer stehen lassen. "Damit sollte verhindert werden, dass dort private Mieter übermäßigem Fluglärm ausgesetzt werden bzw. gegen die Stadt oder Airbus klagen mit dem Ziel, die planfestgestellte Werkserweiterung durch Klagen weiter zu verzögern", hieß es 2011 dazu aus der Wirtschaftsbehörde. Ein Lärmgutachten aus dem Jahr 2010 kam jedoch zu dem Schluss, dass die Häuser "grundsätzlich privat vermietet werden können, ohne gesundheitliche oder ansonsten nicht hinnehmbare Lärmbeeinträchtigungen zu verursachen und ohne die Investitionen in die Werkserweiterung einem erhöhten Klage- und Abwehrrisiko auszusetzen." 

13. August 2009 „Geisterstraße“
Journalisten des NDR informieren sich über die leerstehenden Häuser in der Hasselwerder Straße. Es folgt ein Fernsehbericht im Hamburg-Journal. Die Häuser wurden von der Stadt Hamburg aufgekauft und stehen teilweise schon länger als acht Jahre leer. Der Leerstand belastet das Dorf. Es ist notwendig, die Häuser wieder zu beleben, aber es geschieht von Seiten der Stadt nichts. 

http://www.fr.de/panorama/wohnen-die-geisterhaeuser-von-neuenfelde-a-537228

https://www.youtube.com/watch?v=Y50V6xyrn3Y 

Geisterhäuser in der Hasselwerder Straße, Neuenfelde im 2009 


Geisterhäuser in der Hasselwerder Straße, Neuenfelde im Februar 2018



Geisterhäuser in der Hasselwerder Straße, Neuenfelde im Januar 2021




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